Törnbericht Kuba 2010
14 Tage Törn 6. -20. März ab – an Cienfuegos 
* Adressen am Ende des Berichts
*1 Bild im Album
6.3. Havanna - Cienfuegos ca. 250 kmDie gesamte Crew ist nun in Havanna eingetroffen. Wir mieten zusammen einen Bus, den wie schon von Deutschland aus reserviert haben. * Unser Törn startet in Cienfuegos 200km von Havanna und wir wollen noch Ausflüge rund um Cienfuegos machen, deshalb nehmen wir den Transfähr der Charterbasis nicht in Anspruch und fahren selbst. Zuerst aber mal einkaufen in Havanna ( alles was zur Zeit als Mangelware gilt: Milchpulver, Instand Kaffe, Marmelade ) Dabei mit Hilfe freundlicher Kubaner einen Platten gemeistert. Jetzt aber los, denn wir müssen noch am Flugplatz vorbei um das nicht angekommene Gepäck von Gabi abzuholen .Tragbare GPS dürfen nicht eingeführt werden, warum auch immer, ist aber im IPhone integriert und hilft uns gewaltig im Zurechtfinden in den schlecht bis gar nicht ausgeschilderten Strassen* Gepäck ist nicht da, wir recherchieren und nicht die Kubaner haben es verschlampt sondern es ist schon in München liegengeblieben. Soweit zu Vorurteilen. Es soll uns nach Cayo Largo nachgeschickt werden
Tim hat gestern in Varandero wohl ein altes Fischfilet gegessen und kotzt schon die ganze Nacht, so auch im 15 Minuten Takt auf unserer Fahrt . Der Arme. Nach 10 Stopps wird´s endlich besser, ist wohl nichts mehr drinnen.
Ankunft gegen 19:00h . Haben mit Omar, dem Basis Leiter, telefoniert , er hat die Yacht aufgelassen. Wir gehen gleich auf´s Schiff und sortieren uns ein. Ist recht praktisch, da die Zollbeamten welche die Marina bewachen um 18:00h nach hause gehen. Tagsüber wird das Gepäck kontrolliert. 18:00 bis 8:00 ist Freihafen ( März 2010) Alles eingeräumt, auf zum Essen ( ohne Tim ) in einem Privatem Restaurant*
7.3.Es ist für die Kubanische Karibikküste zu kalt. Wir brauchen Decken für die Nacht die es nicht gibt. Nach der Bootsübergabe mit Omar und seinem Versprechen Decken zu organisieren starten wir zu unserem Ausflug in die Umgebung. Ein Delfinarium*2 und Wasserfälle*3 in den Bergen stehen auf dem Programm. 10 CUC für die Show und 50CUC pro Person für Privatschwimmen mit den Delfinen fanden wir recht teuer, aber so oft sind wir ja nicht da. Die längere Fahrt zu den Wasserfällen führt durch eine wirklich tolle Landschaft. Lohnt sich voll. Bei unserem nächsten Besuch hier wollen wir hier mal 2 Tage bleiben und die ausgewiesenen Wanderungen machen. Kurz nach Einbruch der Dunkelheit sind wir zurück, und gleich geht’s zum Abendessen ins Zentrum von Cienfuegos. Wieder privat*, gut und mit dezenter life Musik von 3 älteren Herrn. So wie man sichs vorstellt.
8.3. 50 sm Cienfuegos - Cayo Guano del EsteEinkaufen in der Stadt, das Angebot war ganz ordentlich, auch der Markt war gut bestückt, hauptsächlich Gemüse, Obst eher mager. Wir finden einen recht gut sortierten Supermarkt und ergänzen das Fehlende. Manche Dinge gibt es halt nicht, abhaken. Tipp: bringt Gewürze mit ! Zurück in der Marina verstauen wir alles an Bord und bringen das Auto zurück. Immigration Polizei kommt an Bord, inspiziert die Pässe und die Yacht, damit da ja niemand drinnen sitzt, der nicht auf der Crewliste steht. Alles sehr freundlich und flott. Tim komplettiert noch seine Angelausrüstung in einem kleinen Laden in der Marina und dann laufen wir aus. Ca 50 sm zum Leuchtturm Cayo Guana del Este. Halbe – halbe, Segel oder Motor. Unseren Ankerplatz erreichen wir in der Dunkelheit und genaues Navigieren ist da schon notwendig. Der Anker fällt auf 4m und hält gut was auch wichtig war. In der Nacht frischt der Wind bis 25 kn auf und kommt vor N. Unser Skipper Wolfgang hat sich einen akustischen Warngeber für den GPS mitgebracht und angeschlossen. Der gibt ein lautes Signal wenn die Yacht sich mehr als 25m von dem Ankerplatz entfernt. ! FUNKTIONIERT !
9.3. ca 50 sm del Este – Cayo Sal – Cayo largo
Der Morgen ist grau und bewölkt und wir segeln nach dem Frühstück zuerst zu dem Riff Mulatta bei Cayo Sol um zu schnorcheln. Sehr schön da, viel Fisch und Langusten. Oben auf dem Riff hängt ein havarierter Cat von Platten sailing. Ist eine gut sichtbare Landmarke. ( bis zum nächsten Hurrikan). Danach geht’s weiter nach Cayo Largo. Wir passieren den Riffgürtel 2 sm westlich von Cayo Sal. Tim fängt mit der Schleppangel 2 Makrelen und einen Barrakuda, dem schenken wir die Freiheit, denn er könnte wegen dem Verzehr giftiger Korallenfische selbst ungenießbar sein. Wolfgang hat 2 große Langusten gefangen und das Abendessen ist gesichert. Ankunft in Cayo Largo gegen 18:00h. Bilderbuch Wasser und Strände*4-10 Hier kam so zum ersten Mal das „ Karibik-Feeling auf“. In der kleinen Marina *11-14 kommen mal wieder Immigration, Zoll, und Hafenmeister an Bord. Sehr freundlich und überraschend schnell wieder weg. Dank unserer Crewmitglieder, Schorsch und Wichard, beide excellente Köche, haben wie ein sehr gutes Abendessen: Fischcurry und Lobster, lecker.
10.3. Cayo Largo
Wir segeln zum schnorcheln an die Riffkante ( Cayo los Ballentos) . Sehr schön hier mit vielen Fischen und Langusten, jeder Menge grimmig aussehender Barrakudas . Wir fangen 4 Langusten und einige Barsche. Zurück in der Marina erfahren wir dass Gabis Gepäck immer noch nicht eingetroffen ist. Der freundliche Marina Chef findet heraus dass das Gepäck in ein Hotel in Havanna gebracht wurde. Dort müsste es aber abgeholt werden. Wir gehen zum Abendessen ins Marina Restaurant. Essen war mäßig, wenig und teuer. Die Entschädigung dafür war der gute Mojito an der Bar.
11.3. Cayo Largo
Gabi und Schorsch fliegen nach Havanna um endlich das Gepäck zu hohlen. Wir müssen heute hier bleiben da wegen Sturmwarnung der Hafen zum auslaufen gesperrt war. Wir gehen zum Strand und machen einen schönen faulen Tag. Gabi und Schorsch kommen mit dem Gepäck zurück, und vor dem Mochito gibt’s Fisch satt und Langusten.
12.3. Cayo Largo – Cayo del Rosario 60sm
Nach dem Frühstück werden die bestellten Lebensmittel im Marina Laden abgeholt. Die Behörden kommen zum ausklarieren und los geht’s. Wir passieren den Riffgürtel bei Cayo Hijo und segeln bei halben Wind und 5-6 Bfo. westwärts nach Rosario. Die Einfahrt zum Kanal del Rosario ist betonnt aber wegen dem hohen Seegang bricht sich die See in der Einfahrt und macht die Durchfahrt spannend. Falls uns eine brechende See einholt und uns durch die Passage schiebt starten wir die Maschine um jedenfalls etwas Ruderwirkung zu haben. Alles geht gut und kurz vor Dunkelheit fällt der Anker auf 3m. Ob wir unter diesen Bedingungen da auch bei Dunkelheit durchgefahren wären?? Fischer kommen zu uns und bieten Langusten im Tauch gegen Rum. Fisch haben wir selbst. Tim hat 2 Bonitos geangelt. Dank Wichard und Schorsch wieder ein prima Abendessen.
13.3. Rosario – Ernst Tellmann 40sm
Um 7°° kommen Fischer und bringen uns 7 Langusten. Danach gehs gleich los Richtung Ernst Tellmann. Man muss auf dieser Rute sehr genau navigieren, da man kaum mehr wie 3-4 m Wassertiefe hat und an manchen Stellen auch weniger als 2m. Man wird jedoch entschädigt durch das tief türkis farbige Wasser, meist guten Wind und keine Welle. Man sollte sich aber auch bewusst sein, dass hier, abseits der gänigen Routen, kaum jemand vorbeikommt um eventuelle Hilfe zu leisten. Beim passieren einer Riffkette machen wir einen kurzen Stopp zum schnorcheln und entdecken eine fantastische Rifflandschaft. Die Riffe hier sind völlig in Takt und keine Zerstörungen durch Hurrikans. Beim schnorcheln sich von Schildkröten schleppen zu lassen, Riffhaie vorbei ziehen zu sehen, ist schon besonders. Leider müssen wir bald weiter. Es sind noch 5 sm bis zum Ankerplatz und der sollte noch bei Helligkeit erreicht werden. Malerischer Strand mit feinem weißem Sand und karibischer Sonnenuntergang, dazu Langusten mit Spaghetti, Windstille, was will man mehr für eine ruhige karibische Nacht. ( das nächste Mal bleiben wir hier länger)
14.3. Ernst Tellmann - Cayo Sal 45 sm
Nach dem Frühstück nur ein kleines Stück zum Ernst Tellmann Riff zum schnorcheln. Wir sind begeistert über die Vielfalt des Riffs. Dann Anker auf und mit leichtem Wind nach SO , wieder durch den Riffgürtel und weiter im türkis-blauem 3-4 m tiefen Wasser. Der Wind frischt auf und wir brausen nur so dahin. Um 16°° fällt der Anker vor Cayo Sal. Tim hat unterwegs 4 schöne große Makrelen gefangen, die wir wie gewohnt, köstlich von Schorsch und Wichard zubereitet, verspeisen. Der Wind frischt weiter auf und es verspricht eine unruhige Nacht zu werden und wir beschließen den kräftigen Wind aus der richtigen Richtung zu nutzen und nach Trinidad zu segeln. Es wird eine sehr schöne Segelnacht.
15.3. Cayo sal - Trinidad 80sm
Gegen Mittag finden wir die flache 1,70 m Einfahrt zu der kleinen Marina* und machen direkt an dem Steg vor der Bar fest. Die Offiziellen kommen wie gewohnt, kontrollieren schnell und unbürokratisch die Papiere. Die Crewliste wird schon an der Bar bei wunderbaren Mojitos ausgefüllt. Ruhiger Nachmittag mit faulenzen und Mojitos. Abends mit dem Taxi nach Trinidad. Essen in privatem Restaurant. Ganz ok 12 CUC/Pers. Dann zur Casa la Musika und jede Menge Salsa life. Tolle Altstadt, gute Stimmung, viel Musik.
16.3. Trinidad - Cayo Blanco 5 sm
Wir fahren gegen Mittag aus der Bucht und segeln mit wenig Wind geruhsam zur nahen Insel Cayo Blanco. Der Anker fällt wie fast immer auf ca. 3 m. An Land ein „ Restaurant“ reich verziert mit abgestorbenen Korallen. Es gibt dort einige große Leguane, Baumratten und jede Menge Einsiedlerkrebse. Kein Paradies ohne Dornen . In der Dämmerung jede Menge Moskitos, unbedingt Autan oder Anti Brumm mitbringen. Wir sind die einzigen Gäste und werden vorzüglich verköstigt. Lobster, Kartoffelsalat, Reis, Obst, und einen fangfrischen riesigen Red Snapper und das alles incl . aller Getränke ( Wein ,Bier, Cola, Wasser) für 18 CUC/ Person . Recht unruhige Nacht mit bis zu 30 kn Wind.
17.3. Cayo Blanco -- Trinidad
Gegen Mittag ein langsames zurück nach Trinidad mit schnorchel – und Badestopps an verschiedenen Riffen. Hier sind ein Großteil der Riffe durch Hurrikan Wilma zerstört. Es gibt zum Glück noch einige heil gebliebene Stücke und man sieht auch dass sich die Riffe langsam wieder regenerieren. Langsam tasten wir uns durch die Einfahrt zur Marina. Bei Ebbe hat man das Gefühl man zieht den Kiel durch den Schlick. Zum Abendessen geht’s wieder nach Trinidad. Danach viel Musik und Tanz bei der Casa la Musica im Zentrum . Zurück zur Marina fahren wir mit einem uralten amerikanischem Buik.
18.3. 0 sm
Es hat viel Wind aus der Richtung die wir wollen, und es gefällt uns hier, also wird beschlossen zu bleiben. Wie gehen zum Strand des nahe gelegenen Hotels. Wolfgang, Uwe und Tim machen einen Tauchgang mit der Tauchbasis vom Hotel. Fauler Tag, die Mädels sind zum Souvenir shoppen nach Trinidad auf den Markt. Nach zwei mal Kubanischem Restaurant ( ausgenommen Cayo Blanko – dort war´s gut ) wünschen wir uns alle home made kitchen alla Schorsch und Wichard und werden nicht enttäuscht. Wir beschließen ein Kochbuch für solche Situationen auf unsere HP zu stellen. ( aber erst nächstes Jahr )
19.3. Trinidad - Ciefuegos
So, Aufbruch zum letzten Törn. Der Wind bläst heute aus O mit 4 Bfo. ideal für uns. Zu einem Badestopp ankern wir in Guajimico. In dieser Bucht gibt es eine Hotelanlage mit Tauchbasis und Tim ,Uwe und Wolfgang wollen einen Tauchgang machen. Da keine Gäste in dem Hotel waren war auch der Kapitän für das Tauchboot verschwunden. Der Basisleiter legte sich jedoch mächtig in´s Zeug um uns den Tauchgang möglich zu machen und meinte wir könnten uns mit dem kleinen Ruderboot zum Riff rudern lassen.* Kaum war die Tauchausrüstung im Boot verstaut hat dieses wohl seine Tragefähigkeit erreicht. Mit uns an Bord gab es keine Handbreit Freibord mehr. Also los! Auf halben Weg haben wir trotz schöpfen soviel Wasser gemacht dass unser Tauchlehrer über Bord sprang um ein Sinken zu verhindern. Wir mussten auch gleich samt unserer Ausrüstung hinterher. Der arme Ruderer hatte nun ein ¾ vollgelaufenes Boot zum ausschöpfen. Wir legten die Ausrüstung im Wasser an und starteten unseren Tauchgang halt hier. Es wurde unser interessantester Tauchgang auf diesem Törn. Am Ende des Tauchgangs wurde unsere Ausrüstung dann zurück gerudert. Wir sind geschwommen. Gegen 19°° sind wir in der Marina Cienfuegos. Zum Abendessen waren wir bei Ache, ein sehr gutes privates Restaurant. Unseren letzten Abend feierten wir auf einem open Air Konzert. Starke Show, tolle Musik,
20. 3. Cienfuegos - Havanna 250 km
Abreisetag , wir stehen früh auf, kaufen bei einem Straßenhändler 24 Brötchen und verfrühstücken die Reste. Dann das Schiff auf und ausräumen. Übriggebliebenes verschenken wir an die Putzfrauen. Wir verlassen unser Zuhause der letzten 14 Tage und nach einem eher flüchtigen Blick vom Zoll in unser Gepäck steigen wir gegen 14°° in unser Großraumtaxi nach Havanna. Wir haben 2 Fahrer, die Fahrt dauert ca. 4 Stunden und kostete 200 CUC.
Fazit: KUBA NATUR PUR
Kuba ist auf jeden Fall eine Reise bzw. einen oder mehrere Törns wert. Zum Kaufen gibt es nicht immer was mann will , aber mit ein wenig Improvisation klappt alles. Die Menschen sind durchweg freundlich und sehr hilfsbereit. Ein hoher Bildungsstand der Bevölkerung fällt angenehm auf. Die Offiziellen halten sich auf jeden Fall Touristen gegenüber sehr zurück und benehmen sich ausgesprochen freundlich. Vor auf der Strasse angebotenen Schnäppchen sollte man sich hüten, es gibt da sehr trickreiche Abzocker. Wird man auf der Strasse angesprochen und bekommt ein Restaurant oder eine Unterkunft angeboten dann ist das OK . Es ist bis heute die einzige Möglichkeit für private Restaurants und Casa Paticular zu werben. Für Segeltörns ist das“ Küstenhandbuch Kuba“ Edition Maritim Delius Klasing Verlag zu empfehlen. Will man wirklich viel erleben empfiehlt sich ein Mitsegeltörn unter anderen mit uns, da wir unsere Revierkenntnis mit einbringen.